Klassische Homöopathie
Die Klassische Homöopathie ist eine ganzheitliche Erfahrungsheilkunde, die sich grundlegend von der Schulmedizin unterscheidet.
Im Mittelpunkt steht daher nicht nur die aktuelle bzw. chronische Erkrankung, sondern das gesamte Tier mit seinen individuellen Wesensmerkmalen und Krankheitszeichen. Insofern gilt es, für das erkrankte Tier "als Ganzes" das erforderliche Arzneimittel zu erarbeiten.
Die Klassische Homöopathin kombiniert oder mischt NICHT verschiedene Arzneimittel gleichzeitig. Viele Mittel vertragen sich auch nicht miteinander oder heben die Wirkung gegeneinander wieder auf. Deshalb arbeitet die Klassische Homöopathin nur mit Einzelmitteln und den entsprechenden Folgemitteln.
Viele Tierbesitzer wissen nicht, was sie erwartet oder was es bedeutet, wenn ein Tier klassisch homöopathisch behandelt wird.
Hier ein kurzer Einblick in die Fallaufnahme.
Die Fallaufnahme
Die Behandlung beginnt mit der Erstanamnese, d. h. der Aufnahme der Krankengeschichte. Die Auswahl des homöopathischen Mittels erfolgt nicht nach Diagnosen - wie in der Schulmedizin üblich - sondern nach den individuellen Symptomen, Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen des Tieres.
Das bedeutet, dass ich von Ihnen eine ausführliche und möglichst lückenlose Beschreibung der Beschwerden Ihres Tieres benötige. Alle Auffälligkeiten, typische wie untypische Symptome, merkwürdige Verhaltensweisen, Ängste, Vorlieben, Abneigungen oder Veränderungen im häuslichen Umfeld.
Die Auswahl des Heilmittels
Für die Suche nach dem benötigten Arzneimittel gibt es so genannte „Symptomenregister“, die auch „Repertorium“ genannt werden.
Aus diesem Repertorium werden die aus der Fallaufnahme notierten Symptome Ihres Tieres ausgearbeitet. Hierzu möchte ich Ihnen ein Fallbeispiel geben:
Die Katzengeschwister Miska und Miss Marple sind plötzlich an Durchfall erkrankt. Äußerlich sieht der Kot beider Katzen gleich aus. In ihrem Verhalten sind die Katzengeschwister so unterschiedlich wie Tag und Nacht.
Miska hat Angst vor allem und jedem und fängt keine Mäuse. Sie frisst wenig und liebt es im Winter neben der warmen Heizung zu liegen.
Ihre Schwester Miss Marple ist eine „Draufgängerin“. Sie ist viel kräftiger und verlässt selbst bei Kälte das Haus, um umherzustreifen.
Es mag für Sie unglaublich erscheinen, doch für mich kann dieses Verhalten bedeuten, dass beide Tiere jeweils ein anderes homöopathisches Arzneimittel benötigen, um diese akute Durchfallerkrankung zu behandeln.
Miskas Durchfall könnte mit ihrer Angst und Nervosität zusammen hängen. Die Erkrankung von Miss Marple könnte im Zusammenhang mit ihren täglichen „Streifzügen“ stehen.
Da jedes Tier individuell ist, muss eine dementsprechende Behandlung erfolgen und das homöopathische Arzneimittel auf jeden einzelnen Patienten abgestimmt sein.
Verabreichung des geeigneten Heilmittels
Sobald ich aus den rund 2 000 homöopathischen Einzelmitteln, die es zurzeit gibt, das homöopathische Einzelmittel für Ihr Tier ausgearbeitet habe, werde ich mich mit Ihnen in Verbindung setzen. Da diese Arbeit sehr zeitaufwändig ist, kann es je nach Dringlichkeit einige Tage dauern.
Akute Patienten werden selbstverständlich sofort versorgt!
Die Mittelwirkung
Mit der ersten Mittelgabe, die übrigens nur einmal erfolgt, beginnt die homöopathische Therapie Ihres Tieres. Damit ich mir ein Bild über die Wirkung des verabreichten Mittels machen kann und den weiteren Behandlungsverlauf bestimmen kann, teilen Sie mir bitte alle Veränderungen, die Ihnen an Ihrem Tier auffallen mit, auch wenn es Ihrem Tier wieder gut geht.
Manchmal kann es im Verlauf der Klassisch homöopathischen Behandlung nötig werden, das Arzneimittel zu wechseln, da sich Ihr Tier während dieser Behandlung stetig weiterentwickelt und neue Symptome und Verhaltensweisen aufzeigen kann, die auf ein neues homöopathisches Mittel hinweisen.
Zu guter Letzt
Die Heilung des Tieres in seiner Ganzheit von Körper, Seele und Geist, die die Homöopathie anstrebt, erfordert in den meisten Fällen Zeit, Geduld und Mitarbeit.
In Ihrer Verantwortung als Tierbesitzer liegt es, die richtige Entscheidung für Ihr Tier zu treffen. Es selbst kann es leider nicht.